extra | 2013 | 2012 | Konzept | Call 2013 | Programm | Materialien | Kontakt | Filmarchiv

KONZEPT

 

»extra — experimental trails« ist ein dreitägiges Filmfestival in Leipzig.

Entsprechend dem Namen des Festivals »extra«, einem Akronym aus experimental und trails (engl.: Pfade, Spuren), richtet sich das Festival sowohl an Studierende und Absolventen von Film- und Kunsthochschulen als auch an Künstler ohne dezidiert akademische Ausbildung, deren künstlerische Positionen, Ästhetik oder Arbeitsweise noch nicht oder wenig etabliert sind und deren Filme noch keinem allgemeinen Kanon oder Konsens angehören. Das Festivalprogramm speist sich aus Beiträgen aus der Region Leipzig als auch aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Mittels eines Open Call, welcher im August 2013 ausgeschrieben wird und an zahlreiche Kunst- und Filmhochschulen, Künstlergruppen und Filminitiativen ergeht, werden die Filmbeiträge akquiriert. Essentieller Bestandteil des Konzeptes ist es, den Einsendern keinerlei Beschränkungen inhaltlicher oder formaler Natur (Länge, Genre, Präsentationsmodi) aufzuerlegen. Ausschlaggebend soll zunächst die Selbsteinschätzung und Kategorisierung der Autoren hinsichtlich der Gattung „experimenteller Film“ selbst sein.

Über den Festivalzeitraum hinaus werden alle eingereichten Arbeiten in einer Ausstellung im D21 Kunstraum Leipzig gezeigt. Diese ist ganztägig geöffnet, frei zugänglich und bietet dem Publikum die Möglichkeit, sämtliche Wettbewerbsbeiträge über die gesamte Festivalzeit in konzentrierter Form zu rezipieren und miteinander in Bezug zu setzen.

Zusätzlich werden im Leipziger Programmkino Cineding an drei aufeinanderfolgenden Tagen ausgewählte Wettbewerbsbeiträge in einem kuratierten Abendprogramm vorgestellt und außerhalb eines Wettbewerbes ohne Jurybewertung präsentiert. Die Kuration der dreiteiligen Blöcke greift dabei eine wichtige Fragestellung auf: Was sind überhaupt die Kriterien dafür, einen Film oder ein Video als experimentell zu kategorisieren? Die Form der dualen Präsentation (open call und egalitäre Präsentation aller Arbeiten im D21 Kunstraum versus kuratiertes Programm) soll die Vielfalt der eingereichten Werke offenlegen, den Auswahlprozess transparent machen und somit eine Diskussion hinsichtlich der Auswahlkriterien eines Filmfestivals ermöglichen.

Die für die Vorführung ausgewählten Künstler werden wir nach Leipzig einladen, damit sie vor Ort ihre Filme vorstellen, in einen Austausch mit Zuschauern und Teilnehmern treten, sich vernetzen und idealerweise neue Impulse für die eigene Arbeitsweise erhalten können.

Begleitend zum »extra«-Festival ist ein umfangreiches abendliches Rahmenprogramm geplant: Filmwissenschaftler werden Vorträge halten, Vertreter regionaler Filmgruppen, unabhängige Filmschaffende, Dozenten, Studierende und Absolventen von Leipziger Kunst- und Medienhochschulen auf einem Podium diskutieren und experimentell arbeitende Musiker ihre Arbeiten präsentieren. Zudem konnten wir die Künstler Romeo Grünfelder und Lutz Dammbeck dafür gewinnen, nach Leipzig zu kommen und dem Publikum ihre Filme vorzustellen.

Im Anschluss an das Festival wird ein öffentlich zugängliches Archiv für experimentelle Film- und Videokunst in der Bibliothek der HGB aufgebaut, zu welchem die 144 filmischen Beiträge des ersten »extra«–Festivals 2012 den Grundstein gelegt haben.

Neben dem Filmfestival »extra« wird ab 2014 im D21 Kunstraum Leipzig die Screening- und Diskussionsreihe »EXTRÆX — experimental tracks« etabliert. Hier werden in thematischen Clustern Experimentalfilme anerkannter Regisseure vorgeführt und in begleitenden theoretischen Vorträgen mit Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen diskutiert. Auf einer bereits bei »extra« gelegten Wissensbasis soll hier die theoretische Auseinandersetzung mit der Gattung „Experimentalfilm“ gefördert werden. Unser Anliegenl ist es, die scheinbar klaren Konventionen unter neuer Perspektive zu befragen.


»extra« und die Screening- und Diskussionsreihe »EXTRÆX« kooperieren mit der »Reihe Experimentalfilm« des D21 Kunstraum Leipzig, die seit 2007 wichtige Filmemacher/innen präsentiert, die außerhalb des Mainstream-Kinos arbeiten.


impressum | english | links